Kleine Wortkunde: Schleifen

Friday, August 22. 2008

Auf dem Mythodea oft gehört: "Die haben unser Lager geschliffen".

Auch wenn es heute kaum noch bekannt ist:

Schleifen - schliff - geschliffen = schärfen, polieren

Schleifen - schleifte - geschleift = (hinter sich her- bzw. auseinanderziehen), unbrauchbar machen (Festung)

Und noch ein Exot:

Schliefen - schloff - geschloffen = schleichen
Der Klippschliefer verwahrt dieses Wort noch treu in seinem Namen.

Weibliche Ritter

Friday, January 11. 2008

Mit dem Thema "weibliche Ritter" kann man schnell mal eine Diskussionsrunde sprengen. Versuchen wir mal das Thema sachlich und historisch anzugehen. Die Aussage "Ritter ist erst mal männlich besetzt" ist zwar sachlich richtig, greift aber viel zu kurz. Denn jeder "Beruf" im Mittelalter ist erst mal männlich besetzt. Für Frauen blieb nicht wesentlich mehr als Mutter oder Nonne, alles andere war zu mindestens selten, wenn nicht sogar Frevel. Daher müsste man mit der gleichen Konsequenz weibliche Bogenschützen, Ärzte, Gelehrte und so weiter vom Felde verbannen, was aber niemand will noch tut. Nur bei den Rittern tut man sich schwer damit, dabei ist es ja auch nicht so, dass die Cons von weiblichen Rittern überrollt würden. Warum also die Aufregung?! Ritter sind auch auf Cons in erster Linie männlich und die weiblichen Kollegen sind eher eine Ausnahme, die das Spiel bereichern. Hat das eigene Land keine weiblichen Ritter bieten sich gute Möglichkeiten zu Gesprächen, Diskussionen ja sogar Streit im Spiel, aber ignorieren? Das ist wenig ritterlich und trägt noch weniger zum Spielspaß bei.



Da ich versprochen hatte auch noch historisch zu werden, gibt es im Anhang eine Liste einiger weiblichen Kämpfer und Ritter (sogar ohne Joan of Arc):



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Magister Mystifax klärt auf: Pergament

Tuesday, August 28. 2007

Schriftrollen sehen toll aus sind aber historisch nicht korrekt, denn schon sehr früh kam man auf die Idee, daß gefaltetes Papier irgendwie besser zu transportieren und zu lagern ist. Oder mit den Worten eines gernervten Historikers:

"Will people ever get the idea that parchment is folded, not rolled!"

Zauberstab, knicklichtgeeignet.

Saturday, January 20. 2007

Was macht Zauberer im Larp interessant? Bestimmt nicht stundenlange Diskussionen über Magietheorie oder hübsch gezeichnete Ritualkreise. Nein, interessant sind Sachen, die leuchten, krachen, rauchen, brennen oder alles davon gleichzeitig.

Heute wollen wir uns der ersten Kategorie widmen: Sachen, die leuchten. In diesem speziellen Falle geht es um einen Zauberstab mit einer leuchtenden Kugel an der Spitze, gebaut aus dem Stahl und Kristall des Larpers: Latexüberzogener Schaumstoff und Silikon.

Der Schaft des Stabes besteht aus einem 15mm GFK-Rundstab, ummantelt von 20mm starker Rohrisolierung. Die Kernstabenden sind mit Leder umwickelt und haben einen Sicherheitsabstand zum Ende des Stabes von etwa 5cm.

Damit das Ganze nicht wie Rohrisolierung, sondern wie Holz aussieht, schnitzt man einfach mit einem Teppichmesser fröhlich etwas Struktur hinein. Am oberen Ende ist der Stab allerdings etwas ordentlicher um die eigene Achse torquiert und bildet so die Flächen für die Einfassung der Kugel.

Die Kugel ist eine lapidare Silikonkugel (in diesem Falle mit einem Durchmesser von 10cm). Die Herausforderung ist dabei die Befestigung am Schaumstoffstab. Weder Pattex noch Zwei-Komponenten-Kleber bleiben auf dem Silikon haften. Lediglich mit Sekundenkleber lässt sich ein etwas beständigerer Kontakt zwischen Einfassung und Kugel herstellen, der allerdings keinesfalls einen Kampf übersteht.

Die Lösung des Problems zeigt sich, nachdem die Waffe fertig gelatext und angemalt ist. Eine dicke Schicht Waffencoat, mit über die gesamte Kugel gepinselt, sorgt für bombenfesten Halt.

Durch einen kleinen Schlitz in der Kugel lassen sich dann zu einem Ring gebogene Knicklichter einführen, und voilà, fertig ist der Zauberstab.

So einfach macht man sich bei feindlichen Bogenschützen beliebt.

(Wer genauere Tipps zum Bau haben möchte, ist herzlich eingeladen, mich zu kontaktieren.)

Magister Mystifax klärt auf: Elbfen

Thursday, November 16. 2006

Schon seit P&P Zeiten streitet man sich ob es nun Elfen oder Elben heisst. Die Antwort kann nicht endgültig gegeben werden, da beides seine Berechtigung hat:
Als Tolkien seinen Herr der Ringe schrieb, hat er sehr grosszügig in der nordischem Mythologie geklaut recherchiert und von dort viele Namen, Geschichten (zum Teil sogar ganze Passagen) übernommen. Das Vorbild der erhabenen "Elves" waren die ÁlfR (altnordisch) oder Alb (althochdeutsch), denen wir auch die Alb-Träume zu verdanken haben. In der nordischen Mythologie waren die ÁlfR Wesen, die direkt nach den Götter (Asen) kamen und sowohl negativ, als auch positiv erwähnt wurden. Dabei überwiegt die positive Darstellung, was ihnen auch eine religiöse Verehrung einbrachte, die als Volksglaube bis heute in Island weit verbreitet ist. Schon damals unterschied man zwischen Alben und Schwarzalben, letztere waren die "Bösen" [TM].
Tolkien griff das danische Wort Elve auf und erschuf daraus die bekannten Spitzohren. Als Jahre später Gary Gygax ebenfalls Elben in seinem D&D haben wollte, stand er vor einem Copyright Problem. Alle wichtigen Namen aus dem HdR sind gesetzlich geschützt und dürfen nicht von Dritten verwendet werden. So wurden aus Hobbits -> Halflings und bei den Elben griff man zum Elf, der bis dahin in erster Linie als freundlicher Helfer des Weihnachtsmannes seinen Dienst leistete. Mit Elfen bezeichnete man aber in Deutschland seit der Romantik alle Naturgeister gleich welcher Rasse. Mit der Veröffentlichung von D&D in Deutschland war die Begriffsverwirrung dann komplett und gibt die Grundlage für ausgiebige Diskussionen.

Magister Mystifax klärt auf: Drow

Tuesday, November 14. 2006

Drow, der: Eine Hassliebe in der Larpszene. Wie immer man auch zu ihnen stehen mag, eine Aussage die über sie getroffen wird ist falsch oder wird zumindestens übertrieben dargestellt. Drows können sehr wohl im Sonnenschein agieren und verbrennen dort nicht wie Vampire! Das D&D Monster Manual 3rd. ed. beschreibt den Effekt im Sonnenschein so:

Abrupt exposure to bright light (such as sunlight or a daylight spell) blinds drow for one round. In addition, they suffer a -1 circumstance penalty to all attack rolls, saves and checks while operating in bright light.


Drows empfinden Sonne als extrem unangenehm, sowohl körperlich als als auch geistig, da die Sonne für sie die alles verbrennende Hölle darstellt. Weiterhin verlieren ihre Waffen und Rüstungen in der Sonne ihre magischen Fähigkeiten. Im AD&D Regelwerk wird noch erwähnt, dass der drowtypische Werkstoff Adamantite sich in der Sonne auflöst, wenn er nicht besonders behandelt wurde (was aber teuer und selten ist. Auch wenn man nicht gleich verbrennt, bleibt eine schöne Verhüllung des Gesichtes ein echter Gewinn für das Ambiente.

Ein eher literarisches Missverständnis betrifft noch den berühmtesten aller Drow: Drizzt Do'Urden. Denn dieser war nie ein Rollenspiel-Charakter, sondern ein rein literarischer Held. Er ist - im Gegensatz zu vielen anderen D&D Helden in Bücher - nie gespielt worden und war so auch nicht konzipiert, sondern eine spontane Idee des Autors auf der Suche nach einem Sidekick für einen Barbarenhelden.
(R.A. Salvatore in seinem Vorwort zu Sojourn)

Magister Mystifax klärt auf: Brandschatzen

Friday, October 13. 2006

Schon die Wikinger sollen sie gekannt haben, die beliebte Tätigkeit des Brandschatzens, meist in Kombination mit Plündern und Rauben. Die Realität sah und sieht ganz anders aus. Im Gegensatz zum gängigen Sprachgebrauch brennt beim Brandschatzen überhaupt nichts, sondern es wird mit der Brandlegung gedroht, um so Geld zu erhalten.


brand|schat|zen [V.1, hat gebrandschatzt, mit Akk.; früher] jmdn. b. unter Androhung, Feuer zu legen und zu plündern, Geld von jmdm. erpressen; die Bevölkerung einer Stadt b. [Brand und mhd. schatzen, schetzen ”Geld anhäufen, Geld abnehmen, Lösegeld auferlegen“, zu Schatzung ”abgenommenes Geld als Steuer oder Lösegeld“]

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