Radiotipp: Sängerkrieg auf der Wartburg
Tuesday, December 12. 2006
Freunde mittelalterlicher Musik sollten heute Abend um 22 Uhr ihre Geräte einschalten. Deutschlandradio Kultur bringe ein Special zum Sängerkrieg auf der Wartburg.
Alte Musik
"Wes' Brot ich ess, des' Lied ich sing"
Die Wartburg und ihr Sängerkrieg
Von Judith Kochendörfer
Hat er nun stattgefunden oder nicht? Die Legende um den Sängerkrieg auf der Wartburg inspirierte Musiker wie Dichter bis heute und ist selbst vielleicht nicht mehr als ein Stück Literatur. Von verschiedenen unbekannten Autoren im 13. Jahrhundert verfasste Verse beschreiben ein Aufeinandertreffen der damaligen musikalischen Prominenz im Jahre 1206. Die Dichter und Sänger Walther von der Vogelweide, Wolfram von Eschenbach und Heinrich von Ofterdingen sind hier einmal nicht die Schöpfer, sondern die Helden der Geschichte. Skandale im Musikbusiness gab es damals genauso wie heute. Im Sängerkrieg auf der Wartburg ist es Heinrich von Ofterdingen, der einen solchen Eklat auslöst. Er hält sich nicht an die ungeschriebenen Gesetze des Festes, die besagen, dass die vorgetragenen Gesänge Loblieder auf den Veranstalter des Sängerfestes, den Thüringer Landgraf, sein sollen. Heinrich intoniert stattdessen ein Loblied auf seinen eigenen österreichischen Landesherrn. - Unvorstellbar bei diesem Anlass und einer Hinrichtung würdig! Vor dem Henkersseil retten können Heinrich letztlich nur die ihm wohlgesonnene Landgräfin und ein unparteiischer Zauberer. Wurde im 13. Jahrhundert für die Verwendung der "falschen" künstlerischen Freiheiten wirklich so unbarmherzig gerichtet? Kamen überhaupt all jene bedeutenden Musikstars der damaligen Zeit an einem einzigen Ort zusammen, um ihre künstlerischen Kräfte zu messen? Oder ist der Sängerkrieg reine Fiktion, zusammengesetzt aus Gerüchten rund um die Herren Vogelweide, Ofterdingen und Eschenbach?
![[LARP Blogger]](http://larpblog.de/uploads/larpblogger.png)


