Conbericht: Morkay Greve



von Ralf Hüls

10.-12.03.2006 im Eifeldorf Bad Breisig

VERANSTALTER: Victorian Mysteries / ZSL e.V.

LOCATION: Das "Eifeldorf" des FPZ Bad Breisig e.V. ist ein Hüttendorf an einem Hang über dem Rheintal. Das Ambiente ist durchwachsen. Zwar ist die Anlage selbst sehr gut zur Darstellung eines Bergdorfs geeignet aber die Optik ist teilweise etwas modern. Der Blick auf Bad Breisig und eine Industrieanlage auf der anderen Rheinseite ließ auch den Eindruck der schottischen Einöde nicht wirklich aufkommen. Jede Doppelhütte ist mit einer eigenen Sanitäranlage versehen, so daß für je sechs Spieler eine eigene Naßzelle zur Verfügung steht.

VERPFLEGUNG: Vollverpflegung. Das Eifeldorf bietet ordentliche Herbergsverpflegung in ausreichender Menge. Getränke waren teilweise im Preis enthalten, der Rest konnte zu akzeptablen Preisen erworben werden.

ORGA: Routiniert. Bis auf ein kleines Mißverständnis bei der Hüttenvergabe waren Checkin und Organisation reibungslos.

PLOT: Die Spieler reisen in das abgelegene schottische Dorf Morkay Greve, wo der Nachlaß eines verstorbenen Spielzeugmachers versteigert werden soll. Medial begabte Charaktere haben schon im Vorfeld die Information erhalten, daß mit dem Spielzeug etwas nicht stimmt. Sie hören Puppen weinen oder schreien. In dem Dorf ist einiges mysteriös. Kinder sind verschwunden und eine Vogelscheuche soll herumirren und Leute angreifen. Leute werden im Wald von seltsamen Wesen angegriffen (oder träumen zumindest davon). Es stellt sich heraus, daß der Spielzeugmacher seinen Tod nur vorgetäuscht hat und offenbar entweder lebende Wesen zu Spielzeug verarbeitet oder die Seelen von Tieren und Menschen in Spielzeug gefangen hat (da mein Charakter Skeptiker ist, weiß ich hier keine Details). Neben
verschiedenen Aktionen um Spielzeuge zu erlösen, müssen die Spieler ein unheilvolles Buch zusammentragen und vernichten.

KRITIK: Es hätte mehr getan werden können, um den Behausungen der Dorfbewohner ein individuelles Erscheinungsbild zu geben. Bei vielen Hütten erschöpfte sich die Dekoration offenbar in einem Schild an der Tür. Spieler mit detektivisch angelegten Charakteren klagten über mangelnde Ansatzpunkte und wenig Material zum physischen Schnüffeln. Ich hatte den Eindruck, daß weite Teile des Plots den medial veranlagten Spielern von der SL eingeflüstert wurden. Auch Szenerie wurde zum Teil im Stil "Ihr seht jetzt hier ein Erdloch" beschrieben. Ich ziehe es mittlerweile vor, wenn eine SL ihren Plot auf die Szenerie zuschneidet, die vorhanden ist. Insgesamt hat mich persönlich der Plot hier - obwohl ich versucht habe, mich wie üblich
davon fern zu halten - eher gestört. An den bisher von mir besuchten victorianischen LARPs habe ich geschätzt, daß das Übernatürliche so subtil eingesetzt wurde, daß man problemlos einen Skeptiker spielen konnte. Hier wurde dagegen so selbstverständlich über gefangene
Seelen, dunkle Wesen aus anderen Ebenen und magische Bücher palavert, daß man teilweise eher den Eindruck eines magielastigen Fantasy-Spiels mit anderen Kostümen hatte.

FAZIT: Ein nettes Wochenende. Meine einzigen Kritikpunkte sind wohl reine Geschmacksache.

© 2006 Ralf Hüls,
alias Sir Robert Chiltern
Under-Secretary for Foreign Affairs

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Herzlichen Dank an Ralf für die Verwertung seines Textes nach CC.

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  1. Rezension: Vergessene Haushaltstechniken

    Vergessene Haushaltstechniken(Book)Authors:John Seymour Manufacturer:Urania, Stuttgart Released:Dezember 2005 Da das LARP-Blog diese Woche einen victorianischen Schwerpunkt zu haben scheint, füge ich der Trilogie mal den dritten Teil hinzu. Ü

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